Seit Sonntag bin ich in Shoresh untergebracht. Das ist ein Dorf auf einer der vielen Hügel von Judäa. Hier gibt es eine kleine Ferienanlage mit Pool, Restaurant und vielen kleinen Häuschen, in denen es eine Wohnküche, ein Bad und ein Schlafzimmer gibt. Draußen vor dem Wohnzimmer gibt es eine kleine Veranda inklusive Tisch, Stühlen und fest angebrachtem Grill. Viele Sträucher, Bäume und grüne Wiesen säumen die Wege durch die Anlage.

Es ist hier schön ruhig und es weht ständig eine leichte Brise, die das Leben sehr angenehm macht. Gleich am ersten Tag habe ich es mir auch in einer der Hängematten bequem gemacht. Sehr chillig.

Außerdem stehen die Israelis scheinbar total auf Körperkult bzw. Kraftsport. Schon am Strand von Tel Aviv gab es alle hundert Meter einen kleinen Fitnesspark und auch hier in der Ferienanlage sowie unten im Dorf gibt es so ein paar Geräte, an denen man sich fit halten kann.

Jeden Morgen wird uns eine Papiertüte mit diversen Sachen für das Frühstück in die Häuschen geliefert. Zu der Zeit schlafe ich zwar noch, aber mittlerweile wache ich auch davon nicht mehr auf. Jede einzelne Zutat ist natürlich einzeln verpackt (sogar die einzelne Scheibe Käse), sodass einiges an Müll anfällt. Ich habe mir zwar gleich am zweiten Tag ein Set aus Steingut-Teller, Edelstahl-Gabel, -Messer und -Löffel aus dem Restaurant mitgenommen, was ich ja selbst abwaschen kann, aber erhalte trotzdem jeden Morgen noch Plastik-Teller und eingeschweißtes Einmal-Besteck. Ich überlege schon, ob ich ihnen das bei der Abreise zurück gebe… Sauber und unbenutzt.
Das Abendessen hole ich mir meist im Restaurant. Vor Ort essen dürfen wir nicht, weil wir nicht geimpft sind, aber sie machen alles gern zum Mitnehmen fertig. Für die Versorgung in der Nachtschicht schmiere ich mir einfach zwei Pitas mit Hummus. Lekker!

Da ich etwas im Rückstand mit den Blogeinträgen bin, kam ich bisher noch nicht so wirklich dazu, die Umgebung zu erkunden. Nur eine Runde durch das Dorf Shoresh habe ich schon mal unternommen. Es ist quasi eine große Einfamilienhaus-Siedlung mit Grundschule und zentralem Spielplatz/Sportplatz. Ein paar Wanderwege führen um das Dorf herum, welche ich mir genauer ansehen möchte. Auf der Zufahrtsstraße gibt es eine Schranke. Früher scheint hier sogar auch mal ein Eisen-Tor die Zufahrt gesichert zu haben. Tagsüber sind die Schranken frei passierbar. Nachts sitzt ein alter Mann (immer der selbe) in einem Häusl und macht uns die Schranke auf, wenn wir von der Nachtschicht nach Hause kommen. Wir haben schon überlegt, dass wir uns mal mit einem Bierchen zu ihm gesellen, bisher waren wir einfach zu müde.

PS: Damit hier alles so grün bleibt, gibt es übrigens ganz viel Bewässerung. Unter den Hecken in der Ferienanlage liegen überall Bewässerungsschläuche und an den Rändern der Wiesen sind versteckt im Boden kleine Wassersprenger, die nachts heraus fahren und alles gießen.

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