Das Ende (m)einer Quarantäne

Gestern, also am Dienstag, war mein neunter Quarantäne-Tag. Das bedeutet, dass ich einen zweiten PCR-Test machen konnte, um die Quarantäne, welche eigentlich 14 Tage andauern muss, auf zehn Tage verkürzen kann. Am Montag schrieb ich daher das vom Auftraggeber vorgeschlagene PCR-Test-Labor per WhatsApp an und vereinbarte einen Termin. Mir wurde mitgeteilt, dass zwischen 7 und 16 Uhr jemand vorbei käme, um den Test bei mir durchzuführen. Normalerweise finde ich solche groben Zeitangaben sehr nervig, aber diesmal war’s ja toal egal. Ich bin ja eh den ganzen Tag hier.

Und so rief mich um halb neun ein freundlicher Mensch an und meinte, dass er jetzt zu mir los fährt und in einer guten dreiviertel Stunde bei mir ist. Kurz bevor er am Hotel war, rief er mich nochmal an, damit ich kurz runter zum Eingang komme. Allein das war schon irgendwie was besonderes, denn ich durfte mal kurz mein Zimmer verlassen! 🙂

Unten hatte der Test-Mensch in seinem Kofferaum die Probensammelstation eingerichtet. Alles lag griffbereit und nach einem kurzen Smalltalk nahm er den Abstrich aus Mund und Nase (in dieser Reihenfolge!).

Dann hieß es, abzuwarten und zu hoffen. Aber was sollte schon passieren? Schließlich war ich ja die vergangenen Tage isoliert. Die einzigen Menschen, die ich sah, waren die Lieferdienst-Fritzen, den Hotel-Portier und die Hirtenstare, die neben meinem Balkon brüteten.

Die Hirtenstare (oder auch Hirtenmaina genannt) sind ungefähr so groß wie eine Amsel und zwitschern fröhlich vor sich hin. Ihr Nest befindet sich schräg oberhalb meines Balkons in der Verkleidung der Fassade. Merkwürdigerweise waren es drei verschiedene Vögel, die sich um das selbe Nest kümmerten. Die Fütterung erfolgte tagsüber ohne Unterlass und jedem Begrüßungsruf der Eltern-Vögel (tschilp-tschalp-tschilp-tschalp) folgte ein aufgeregtes Quieken der Kücken (trill-trill-trill-trill).

Am Mittwoch, also am zehnten Quarantänetag, kam dann endlich auch meine Messtechnik bei mir im Hotelzimmer an. Die Boxen waren unbeschädigt und die Technik in gutem Zustand, sodass ich die Funktion in einem Testaufbau überprüfen konnte.

Ein bisschen kurzfristig entschloss ich mich, an meinem ersten Tag nach der Quarantäne, einen Tagesausflug nach Jerusalem zu unternehmen, denn ich hatte die Befürchtung, dass ich -wenn die Messungen an der Strecke beginnen- nicht mehr einen ganzen Tag an Zeit für diese schöne Stadt aufbringen könnte. Das lest ihr aber in einem anderen Blog-Eintrag.

Am Mittwochnachmittag kam ebenfalls die Bestätigungsmail vom Gesundheitsministerium, dass ich am Donnerstag meine Quarantäne vorzeitig verlassen darf. Yeah. Endlich raus hier. Die komplett in Hebräisch verfasste Mail (und das ebenso in Hebräisch geschriebene, angehangene PDF) musste ich erstmal im Internet übersetzen lassen, um wirklich sicher zu gehen, dass ich raus darf. Aber nun ist es endlich so weit! 🙂

Den ganzen Tag schon konnte ich den Sufer*innen beim Wellenritt zusehen. Im Mittelmeer baden steht neben einem Besuch von Tel Aviv also auch noch auf meiner ToDo-Liste.

Eine Antwort auf „Das Ende (m)einer Quarantäne

Add yours

Hinterlasse einen Kommentar

Website bereitgestellt von WordPress.com.

Nach oben ↑

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten